Mittwoch, 7. April 2010

In eigener Sache: LOVE JOGGING


Love Jogging
von Derek Benfield

01.04.2010 - 08.05.2010 im Theater Chambinzky Würzburg
Fotos unter www.chambinzky.com

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Mittwoch, 24. März 2010

Aus gegebenem Anlass: Warum ich zugebe, DSDS zu gucken

Da ich mich gerade auch sozusagen im Casting für "Deutschland sucht den Super-Anwalt" befinde, haben die Kandidaten der Fernseh-Musik-Shows bei RTL und Pro 7 entgegen aller bisherigen Weigerung in meinem Leben, sich auch nur eine einzige dieser Sendungen anzusehen, in diesem Jahr meine vollste Hingabe für sich gebucht. Ich gebe es zu: Ich habe mir - zum ersten Mal! - fast alle Mottoshows angeguckt, und was ich da gesehen habe, hat mich auch gehörig überrascht.

Erstens: Einige der Leute, die da singen, hätten den Gewinn in jeden Fall auch verdient. Talentiert heißt in dem Fall eben auch, dass die Leute mich einfach unterhalten. Klar sollten da nicht nur schiefe Töne kommen, wir sind ja hier nicht beim Karaoke-Wettbewerb. Aber wenn ich richtige Sänger hören will, gehe ich schließlich in die Oper, und am Samstag Abend auf der Couch will ich mich nicht anstrengen und meinen Spaß haben.
Zweitens finde ich, dass Dieter Bohlen selbstverständlich nicht gerade der nette Onkel von nebenan ist und ich kann ihn mir auch jetzt nicht unbedingt in meinen näheren Freundeskreis eingereiht vorstellen - mit seinen Kommentaren hat er aber meistens recht. Wenn es da heißt, dass kein richtiger Ton gesungen wurde (gell, KimmiGloss?) und ein Kandidat offenbar nur gefeiert statt gearbeitet hat (tja, Helle), dann ist das todsicher auch auf jedem deutschen Sofa von Flensburg bis Konstanz so angekommen und jeder halbwegs untaube Zuhörer hat eben diesen Verdacht schon ein paar Momente vorher in Erwägung gezogen. Und wenn man das nächste Mal zeigt, dass man sich die Kritik zu Herzen nimmt, dann ist der Onkel Dieter ja auch wieder lieb.
Drittens will die ganzen Kritiker in Spiegel und Focus und wie sie alle heißen doch eigentlich keine Zuschauer hören. Man trau sich da ja gar nicht mehr, überhaupt zuzugeben, dass man nur mal kurz in eine Castingshow überhaupt hereingeschaut hat. Von Zwei-Klassen-Shows wird da gesprochen, RTL-Menowins Lebensgeschichte mit der von Raab-Sternchen Lena verglichen, und man ist sich nicht zu schade, aus Menowins Poesiealben-Rückstand im Gegensatz zu Lena endgültige Schlüsse für den Charakter der Shows zu ziehen.

Und weil es außerdem heißt, dass da im Fernsehen ja sowieso alles gar nicht echt ist und die Geschichten alle nicht stimmen und man nichts davon glauben darf, haben der Liebste und ich uns letzten Samstag bei der KlitschK.O.-Show (mir fehlen die Worte) mal folgende Theorie zurecht gelegt:

Stimmt echt alles nicht beim Superstarboom! In Wirklichkeit ist Menowin nämlich nicht der arme Knasti mit der schrecklichen Vergangenheit (auf der zugegebenermaßen ein bißchen arg vom quasselstrippigen RTL-Moderator herumgehackt wurde). Menowin ist nämlich Einzelkind eines Lehrerpaares und schreibt gerade an seiner Doktorarbeit in Kernphysik. Heimlich versteht sich, darf ja keiner wissen, schließlich braucht so ein Supertalent ja seine finstere Vergangenheit.
Satellite-Lena zieht ganz gerne mal einen Joint durch und ist eigentlich Woolworth-Kassiererin. Daher auch immer die interessanten Klamotten. Kim Gloss hat vorher niemals mit Schminke zu tun gehabt und ist in Wirklichkeit extrem kurzsichtig, findet sich aber dank modernster Ultraschalltechnik prima auf der Bühne zurecht. Deshalb hat sie sich auch nicht gegen die Leute von der Maske gewehrt, als die ihr das Nina Hagen-trifft-Dita van Teese-Medley-Make Up verpasst haben. Die haben einfach gesagt: "Ein bißken Glimmer schadet nimmer", und so ist jetzt die Kimmi (fast) berühmt geworden. Wen kümmert´s denn bei dem Strahle-Lächeln da auch, wenn "La Isla Bonita" einfach mal einen Halbton drunter gesungen wird, solange die Band richtig spielt!

Die Liste der Kandidaten mit wildesten Theorien über Herkunft und Dasein ließe sich so beliebig fortsetzen. Mein Liebster und ich stoppten da aber am letzten Samstag, denn es kam das unglaubliche Ergebnis, dass Helmut O. tatsächlich weitergekommen ist - obwohl der an dem Tag unter Beweis gestellt hatte, dass er sich vermutlich noch nichtmal den "Fiderallala"-Refrain der "Vogelhochzeit" von hier bis Samstag merken kann. Da waren wir echt platt: Denn fest stand da vor allem, dass nicht die Kandidaten oder Dieter Bohlen die Gewinner der goldenen Fernseh-Geschmacksverirrungshimbeere sein müssten, sondern doch vielmehr die Zuschauer, die ja immerhin dort anrufen und das Schlimmste verhindern können.

Seit Montag steht nun fest, dass Kokse-Krümel-Helmut trotz Gewinns am Sonntag den letzten Schnee am Samstag ins Micro gehaucht hat. Auftreten darf an seiner Stelle Manuel. Manuel mit der netten Oma, der sich trotz aller bösen Kritik nicht davon abbringen lassen hat, dass man eben auf der Bühne man selbst sein muss. Manuel mit der sexy Stimme, der bisher noch keinen einzigen schlechten Auftritt hingelegt hat und jedesmal am Ende als derjenige Kandidat aus der Sendung ging, dessen Namen man schon wieder vergessen hatte, bevor der Fernseher ausging. Der, der sich von Superhirn Helle beim letzten Mal hat ausstechen lassen müssen. Eigentlich einer, der ganz konkret nur seine Stimme zeigt und tatsächlich auch mal gut aussieht - ganz ohne Skandale.

Ihr habt es jetzt bestimmt schon erraten: Die Chello wird am Samstag wieder DSDS gucken. Ganz offiziell und ohne Schämen! Und wisst Ihr, was ich noch machen werde? Ich werde für Manuel Hoffmann meine Telefonrechnung strapazieren, und die RTL-Hotline anrufen. Mindestens dreimal.

Mittwoch, 24. Februar 2010

Aus gegebenem Anlass: Helden

"Die Ägypter waren eine alte weiße Rasse, die in einem der nördlichen Teile von Afrika lebte. Letzteres ist, wie wir alle wissen, der größte Kontinent der östlichen Hemisphäre.
Die Ägypter sind für uns heute aus vielerlei Gründen von größtem Interesse. Die moderne Wissenschaft möchte noch immer gern wissen, mit welchen geheimen Ingredienzien die Ägypter Tote einwickelten, so dass ihre Gesichter unzählige Jahrhunderte lang nicht verwesten. Dieses interessante Rätsel ist noch heute eine ziemliche Herausforderung für die moderne Wissenschaft im zwanzigsten Jahrhundert.



LIEBER MR. SPENCER.
Mehr weiß ich nicht über die Ägypter. Sie interessieren mich einfach nicht sehr, obwohl Ihr Unterricht sehr interessant ist. Es ist schon in Ordnung, wenn Sie mich durchfallen lassen, weil ich in allem anderen außer Englisch sowieso auch durchfalle.

Hochachtungsvoll.

Ihr HOLDEN CAULFIELD".*



Na? Wem von Euch kommt das irgendwie bekannt vor? Fühlt Ihr Euch da nicht auch mal schnell rückversetzt in die Zeiten, als Ihr so 15, 16, 17 wart?
Früher gab´s für mich zwei Helden in der Literatur, und das waren natürlich Holden Caulfield und selbstverständlich Edgar Wibeau. Vielleicht haben die beiden mich auch echt versaut. Immerhin fand ich damals völlig in Ordnung, dass ich auch alles um mich herum ziemlich ätzend fand und eigentlich sogar die Butter auf dem Teller in Frage gestellt habe. Und ich finde das schon richtig gut, dass ich das dem ollen Salinger und dem Plenzdorf auf jeden Fall mit in die Schuhe schieben kann, wie ich da angefangen habe, alles so hyperkritisch zu beäugen und lieber selber irgendwie komisch war, als irgendwelches komisches Zeug mitzumachen. Den Salinger haben wahrscheinlich so ziemlich alle irgendwann mal gelesen und sich mal mehr, mal weniger auf Holdens Seite geschlagen, was die Sicht der Dinge so betrifft.

Holden jedenfalls ist ja 16, und eigentlich findet er so ziemlich alles piefig und verlogen, was ihm so unterkommt. Das macht mich echt fertig. Typen wie die, die Salinger beschreibt, gibt es ja zum großen Unglück aller auch immer und überall tatsächlich, und wahrscheinlich macht gerade das es so authentisch, wie Holden aus dem Internat abhaut und wen er alles trifft und so und wie er eigentlich gar nichts treibt, aber das trotzdem so erzählt, dass man unbedingt dabei bleiben will, wie er sich so treiben lässt und irgendwie gar nichts macht. Außer ab und zu die Enten im Stadtpark zu suchen, weil er wissen will, was die eigentlich im Winter so treiben, wenn der See tiefgefroren ist.

Vor ein paar Wochen ist dieser Salinger jedenfalls gestorben und mein Liebster hatte plötzlich Lust, sich "Der Fänger im Roggen" nochmal zu kaufen, und ich hab´s also auch gleich nochmal gelesen. Und was finde ich? Vor allem, dass dieser Holden ganz schön von sich überzeugt ist. Davon, dass er auf jeden Fall alles richtig macht und so. Und dann habe ich festgestellt, dass ich wohl eine ziemlich verlogene alte Schachtel geworden bin, weil ich plötzlich alles in Frage stelle, was der gute Holden so treibt. Sollte man nicht, sollte man einfach genießen und mal wieder alles etwas kritischer beäugen, was die anderen so machen.

Und ich finde außerdem, dass da sämtliche tiefgreifenden Erklärungs- und Literaturdeutungsversuche echt total fehl am Platz sind. Den Salinger muss man einfach lesen. Und zwar am besten mit 16. Und dann immer wieder mal, wenn einem danach ist. Oder auch wenn einem nicht danach ist, das muss einfach alle fünf Jahre Pflichtlektüre werden. Ohne das ganze tiefschürfende Erklärungszeug, das Literaturfreunde immer anschleppen, um auch bloß den letzten Leser von dem Buch wegzukriegen. Der Salinger ist nichts zum Interpretieren, glaubt mir, der ist was zum Fühlen und sich frei machen. Der Salinger ist eher ein Lebensgefühl auf ein paar hundert Seiten, als Objekt irgendeines Literatengeschwafels.

91 ist er jedenfalls geworden, der gute J. D., und man kann sich gar nicht vorstellen, dass so ein alter Mann so ein Buch geschrieben hat. Natürlich hat er das nicht mit 91 geschrieben oder so. Aber: Immerhin hat der das Buch erst im zarten Alter von 31 Jahren oder so herausgebracht. Der Jüngste war der da auch nicht mehr. Wie kann man in dem Alter sowas noch fabrizieren? Vom Erwachsenwerden und Herumpubertieren hat man da doch eigentlich schon gar keine Ahnung mehr. Merke ich jedenfalls an mir, glaube ich.
Deshalb wird es auch höchste Zeit, dass ich "Die neuen Leiden des jungen W." nochmal lese.
- Das habe ich mir schon zweimal gekauft, zweimal verliehen und dann zweimal nie wieder gekriegt. Ich hoffe, dass beide Bücher wenigstens gut behütet und geliebt in Schränken stehen und gelesen werden. So wie der Salinger. Der darf wirklich nicht aus der Mode kommen, auch wenn der Typ, der das geschrieben hat schon lauter Falten hat und tot ist und so.
Edgar und Holden, das sind eben Helden. Und Helden sterben ja bekanntlich nie aus.


* Ausschnitt aus "Der Fänger im Roggen" von J. D. Salinger

Sonntag, 7. Februar 2010

Aus gegebenem Anlass: Wilhelm Tells Steuer-CD

Neulich beim Schweizer Käsefondue: Nach wilden TV-Meldungen und viel Presse-Aufhebens fand sich auf dem Tisch unserer Gastgeber ein einzigartiges Stillleben als Dekoration. Erklärung: "Aus der Schweiz kommt doch die Steuer-CD - naja, und der Tell, der war schließlich auch so ein Dieb und Wegelagerer". (Deshalb Steuer-CD im Tell´schen Apfel und so).
Ich finde die Aufnahme aktueller Geschehnisse beim abendlichen Mahl diesmal ganz besonders gelungen. Das Käsefondue im Übrigen war ausgezeichet.

Donnerstag, 28. Januar 2010

Auf den Punkt gebracht

Auf den Punkt brachte die Sache gestern meine Mutter: "Ich höre hier immer Winterchaos - was soll das eigentlich. Es ist Winter - früher war der immer so!"
Ich gebe ihr Recht, hasse den Schnee so langsam und liebe es gleichzeitig, dass die Würzburger sich nicht mehr ins Auto trauen. Überall freie Parkplätze. Alle für mich ;-).

Sonntag, 10. Januar 2010

Gelesen: "Die dunkle Seite des Mondes" von Martin Suter

"Lila Lila" war das erste Buch von Martin Suter (Schweiz), welches mir im Theater ans Herz gelegt wurde. Dieser Roman über den Kellner David, der mittels eines kleinen Schwindels in den größten Selbstbetrug seiner Lebens taumelt, hatte unerwartete Wendungen und zeigte die finsteren verzweifelten Seiten des Protagonisten so klar und ehrlich, dass ich mich entschlossen habe, es auch ein zweites Mal mit dem Autor zu versuchen, obwohl die Geschichte doch manchmal etwas wirklichkeitsfern an mir herunterperlte.

Ich wünschte mir „Die dunkle Seite des Mondes“ zu Weihnachten und frage mich nun, warum eigentlich nicht vielmehr dieser zweite, viel erschreckendere und wirklich unter die Haut gehende Roman verfilmt wurde:
Suter erzählt gut recherchiert und authentisch die Geschichte eines sehr erfolgreichen Wirtschaftsanwalts, der seine Beziehung wegen einer jungen Geliebten aufgibt und seine Persönlichkeit und Existenz durch einen Trip mit halluzinogenen Pilzen aufs Spiel setzt.
Was anfangs lustig wirkt und den Leser amüsiert, wird schnell ein Alptraum und endet in einem Kreislauf aus Gewalt, Trauma, Reue und Vergessen. Seine sozialen Beziehungen flachen ab, werden für ihn zur Zeitverschwendung. Blank weist alles von sich, was nicht Blank ist, wird zur Gefahr für sich selbst und für seine Mitmenschen. Er flieht in den Wald, wird besessen vom Leben zwischen Bäumen und in Höhlen und wird zum Waldmenschen. Der Leser wird mitgerissen bei seinen Versuchen, seine Persönlichkeit zurückzubekommen, das geschehene umzukehren und Ordnung in das Chaos zu bringen. Und überall: Pilze. Steinpilze, Maronen, spitzkegelige Kahlköpfe. Einzig das im Buch so bedeutende Safrangelbe Samthäubchen wird in der Realität niemals in einem Pilzführer zu finden sein, weil Suter es erfunden hat.
„Die dunkle Seite des Mondes“ zeigt die Abgründe einer selbstsüchtig gewordenen und der völligen Subjektivität unterworfenen Seele auf und zieht in den Bann des Waldes. Für jeden Pilzsucher, Pilzgenießer, Juristen und alle Liebhaber von Extremliteratur auf jeden Fall ist das Buch ein echter litro-halluzinogener Leckerbissen.

Trotzdem oder gerade deshalb hat das Pilzsuch- und Waldfieber nun auch mich erfasst und mein Liebster ist ganz glücklich darüber. Denn ab dem nächsten Sommer werden wir Spezialisten. Zwar nicht in Sachen Zwergenhütchen, aber bestimmt für alles, was man ohne Psychotrip als feine Pilzmahlzeit genießen kann.


Martin Suter sagt von sich selbst, er würde sich als "Gentlemanfarmer" bezeichnen, liebt nach Jahren in der Stadt nun das Leben auf dem Land in Guatemala und züchtet dort seinen eigenen Wein.

Donnerstag, 7. Januar 2010

Aus gegebenem Anlass: Corso Kino Würzburg

"Des kann doch net warstein".

Das/des kommt raus, wenn ein gebürtiger Oberfranke mit einer Sauerländerin zusammen wohnt. Ein Ausruf des Entsetzens, geboren aus einer Sprachkreuzung, die der Herrgott offenbar weder vorausgesehen noch gewünscht hat. Fragt sich nur, was der Auslöser einer so haarsträubenden Wortkreation war, dass es jedem Außerirdischen wahrscheinlich beim bloßen Betrachten der Überschrift dieses Artikels kalt den Rücken herunterlaufen muss, weil nur ein sehr barbarisches und gewaltbereites Volk zu solcher Sprachverhuntzung in der Lage sein dürfte.

Antwort: Die Anrufbeantworteransage des Corso-Kinos in Würzburg mit O-Ton: "Unser Kino ist seit 01. Januar geschlossen." - "Ja wie jetz?" sagt die Sauerländerin und guckt blöd ins Wetter. "Und wo läuft der Film dann?" fragt der gebürtige Oberfranke und versucht mit google sein Glück, allerdings ohne nennenswerte Treffer zu erzielen.

Der Liebste, passionierter Schachspieler, der gern auch nachts mal aufsteht, um ein paar Partien zu verfolgen, wollte gern "Die Schachspielerin" sehen. Französischer Film, dramatisch und gänzlich ohne Spezialeffekte auskommend. Sowas wird im Cinemaxx jedenfalls nicht gezeigt.
Und auch Dettelbachs tolles Superkino hat das im Programm nicht zu bieten - weil es sich offenbar nicht mehr lohnt, einen Film zu zeigen, der nicht ausschließlich die Massen anspricht und für den nicht jeden Tag dreimal pro Stunde in jedem Fernsehsender ein Trailer zu sehen ist.

Die Filme, die nicht jeder sehen wollte, die gab´s immer im Corso. Und an die habe ich die wunderbarsten Erinnerungen. Weil die nicht jeder schon gesehen hatte. Und weil das Corso eben so schön ramschig gemütlich war. Weil man da Filme sehen konnte, die nicht für jeden gemacht waren. deshalb war es immer etwas besonderes.

Fazit des heutigen Abends: Wir haben das Corso vergessen. Wegen schlechterer Parkmöglichkeiten und weil das Cinemaxx irgendwann irgendwie fescher war. Weil wir auch oft dem Massenhype gefolgt sind, und weil man nicht immer den Film sehen will, den andere nicht sehen müssen. Wenn das Corso jetzt schließt, wo können wir dann die Filme gucken, die sonst nirgends laufen? Gibt es dann in Würzburg wirklich nur noch das trommelfellquälende Cinemaxx?? Und keine Möglichkeit, zu fliehen???

Ich kann noch nicht einmal unter "gesehen" posten - denn ohne Corso wird es da demnächst nicht nur "Die Schachspielerin" geben, die fehlen wird. Und die Sauerländerin hofft inständig, dass das Ganze nur ein großes Versehen ist - vergeblich, wie eine Internetsuche ergibt.

www.mainpost.de/lokales/wuerzburg/Traditionsreiches-Corso-Kino-schliesst-im-Dezember;art735,5195466