Donnerstag, 2. September 2010

Pilzsuche in Franken am 15.08.2010

Am 15.08.2010 ging es auf Wunsch des Liebsten in die Pilze in Franken. Schönen Regen hatte es gegeben und dann ordentlich Sonnenschein - perfekte Pilzbedingungen also! Mein Liebster hatte am Tag zuvor einen irren Steinpilzplatz entdeckt der jedoch vorwiegend von sehr alten, schon nicht mehr so leckeren Pilzen besiedelt wurde.

Stattdessen habe ich da aber Birkenpilze gefunden, sehr gute, aber schonenswerte Röhrenpilze:




Ab da waren meine Trüffelschweinqualitäten gefragt. Erstmal bin ich also durch die Gegend gelaufen und habe mich vom Pilzduft leiten lassen. Dass ich dabei völlig die Orientierung verloren habe, war der weniger positive Aspekt. Aber was soll´s - im Wald gibt´s ja genug zu essen. Wenn man sich auskennt...

Hier deshalb eine kleine Auswahl der mehr oder weniger essbaren Funde:



Mein nächster Fund bestand aus schon etwas älteren Rotfüßigen Röhrenpilzen. Da muss man etwas aufpassen: Von Röhrenpilzen, die Rotfärbungen aufweisen, liebser die Finger lassen. Die essbaren Rotfüßchen haben einen dünnen Stengel. Sind aber auch ziemlich schlonzig. Gegessen haben wir sie trotz Ernte letztendlich nicht mehr.


Igel-Stäubling. Dieser Pilz ist ziemlich stachelig und sogar essbar. Leider soll er nicht besonders gut schmecken. Wen wundert´s...


Hier wahrscheinlich der essbare und äußerst schmackhafte Parasolpilz. Leider kennen wir uns im derzeitigen Stadium noch nicht so gut aus, weshalb ich mit der Bestimmung noch etwas vorsichtig bin!





Da haben wir sehr wahrscheinlich einen Perlpilz gefunden. Da es sich um einen Lamellenpilz handelte, haben wir als Anfänger allerdings die Finger davon gelassen. Ist jedem anderen Pilzsammler im Anfangsstadium im Übrigen auch zu raten! Lieber Röhrenpilze sammeln, da kann bis auf ordentliche Magen- und Darm-Probleme die Sache weniger tödlich ausgehen. ;-)











Hier ein wirklich ekelhafter Zeitgenosse. Hat ganz schön gestunken, dieser Langstielige Knoblauch-Schwindling. Bisweilen wird er in geringen Mengen als Gewürzpilz verwendet. Ein guter Speisepilz, der auch sein Knoblauch-Aroma beim trocknen nicht verliert, ist nur der echte Knoblauch-Schwindling. Wir haben noch keinen gefunden... nur eben die leicht giftige Variante oben im Bild.

Aber dann... dann habe ich den Jackpot gefunden! Mein Schatz war völlig aus dem Häuschen. Feinste Steinpilze! Wir sind auf eine ganze Siedlung dieser schmackhaften Röhrenpilze gestoßen und konnten eine ganze Mahlzeit für uns ernten.


Ab jetzt bin ich deshalb der Steinpilzkönig und darf meinen Liebsten auf allen Streifzügen begleiten. Die echte Mahlzeit dann war zunächst ein komisches Gefühl, aber dann schließlich erleichternd gut verträglich. Lecker lecker...
Einziger Nachteil: Ich acht Zecken, Spatz drei Zecken. Beim nächsten Mal: Zeckenschutz nicht vergessen!!!

Sonntag, 15. August 2010

Die Tankwart-Frage

Also an Tankstellen kümmere ich mich eigentlich immer selbst um das Einfüllen des Benzins in meine Black Pearl. Deshalb versetzte mir am Freitag an der Shell-Tankstelle am Ortsausgang KT Richtung WÜ ein älterer Herr in Shell-Uniform einen echten Schrecken, als ich gerade meinen Tankdeckel vom Auto entfernte und er hinter mir auftauchte, um mich zu fragen, ob er meinen Wagen volltanken solle.
Da es sich um den ersten Tankwart handelte, der mir je in Deutschland begegnet ist, und ich Tankwarte sonst - außerhalb kurzer Urlaubserlebnisse in südlichen Ländern - nur aus amerikanischen Highway-Horror-Thrillern kenne, entgegnete ich kurz angebunden und voller Misstrauen, dass ich das selbst mache. Worauf der Herr sich wieder zu einer der anderen Tanksäulen gesellte und geduldig mit etwas unglücklichem Gesicht weiter auf einen Kunden wartete.

Herrje.
Schon beim Zahlen plagte mich das schlechte Gewissen - wahrscheinlich reagiert da jeder so und der arme Tankwart begegnet den ganzen Tag Shell-Kunden voller Misstrauen und Ablehnung, die ihn seinen Job nicht machen lassen.
Ich tanke mein Auto zwar ganz gern selber, aber eigentlich ist das ja ein schöner Service. Da könnte sich z. B. IKEA mit seinen beknackten Selbstbedienungskassen mal eine Scheibe abschneiden. Nun kostet ja bekanntlich ein IKEA-Stuhl auch weniger als eine Tankfüllung - und der Tankwart kassiert wohl auch nicht selbst. Trotzdem die Frage: Wenn ich den Herrn das nächste Mal seinen Job machen lasse, bekommt er dann ein Trinkgeld von mir, oder darf ich den Service einfach so in Anspruch nehmen? Schließlich bin ich nicht auf einem amerikanischen Highway und der Sprit enthält dem Preis nach ohnehin Goldpartikel. Hinweise zur Tankwart-Frage würden mich glücklich stimmen...

Freitag, 23. Juli 2010

Auftakt zum Würzburger Brötchen-Report

Wieder einmal ist Wochenende, und da gibt es selbstverständlich auch ein schönes Sonntagsfrühstück. Einer von uns muss dann natürlich Brötchen holen, und das ist für meinen Liebsten immer eine folgenschwere Aufgabe. Die Brötchenauswahl hier in Würzburg ist nämlich gar nicht so einfach zu treffen, wenn man eine Freundin hat, die da sehr wählerisch ist.
Brötchen ist nämlich nicht gleich Brötchen! Und das schlimmste dabei: Die Brötchentypen heißen zu allem Überfluss auch noch bei jedem Würzburger Bäckereibetrieb irgendwie anders. Ich kann also gar nicht sagen "Bitte bring mir ein Brötchen X und ein Z, aber bloß kein Y mit...!" Vielmehr muss ich dann die Brötchen beschreiben, verunsichere den Liebsten und hab am Ende doch das falsche auf dem Frühstücksbrettchen liegen. Deshalb finde ich es total unerlässlich, dass mal Ordnung in das Würzburger Brötchenchaos gebracht wird. Welches Brötchen heißt wo wie und wie genießt man es am besten? Aufklärung gibt´s jetzt im Würzburger Brötchen-Report!

Den Würzburger Brötchen-Report findet Ihr auf der passenden Blog-Seite oben im Menü. Jeden Sonntag wird ein neues Brötchen vorgestellt. Und die nächste Brötchen-Bestellung kann sicher und überraschungsresistent aufgegeben werden ;-).

Montag, 12. Juli 2010

Aus gegebenem Anlass: Schützenfest 2010 in Freienohl

Ich hatte meine Wurzeln ja schon das eine oder andere Mal erwähnt und habe durchaus auch schon die vollkommene Schönheit des Sauerlandes ein wenig erörtert. Es dürfte also klar sein, dass es für mich auf der Welt nur einen einzigen perfekt-paradiesischen Ort gibt, und das dürfte unzweifelhaft Freienohl im Sauerland sein. Einmal im Jahr zieht es mich noch viel stärker dorthin als an allen anderen Tagen. Das ist die Zeit, zu der unser Schützenfest ist!

Das Schützenfest Freienohl ist ein echter Höhepunkt des Jahres und muss unbedingt frequentiert werden. Ich gebe zu, das war nicht immer so. Nicht in jedem Lebensalter kann man was mit "Glaube, Sitte, Heimat" anfangen.Ich zitiere daher, nur mal so zur Verdeutlichung der steten und vorteilhaften Entwicklung meines sauerländischen Charakters, "Chellos Tagebuch" mit 15:

"Nein, das Schützenfest tue ich mir nicht nochmal an. Man muss ja schon ziemlich dunkel am Horizont sein um das gut zu finden. Da ist nichts los, und ich will bloß mal weg von hier - ist sowieso alles total beschränkt und dann muss an diesem blöden Schützenfest auch noch die Straße gekehrt sein, als wenn Weihnachten und Ostern auf einem Tag zusammenfallen würden".


(Chellos Tagebuch, Originaleintrag vom 13.07.1996...)

Tja... (ich frage mich, wer bei uns wohl die Straße gekehrt hat - ich jedenfalls bestimmt nicht... ;-) Wie mit allen guten Sachen ist es eben auch mit dem Schützenfest: Die wahre Bedeutung wird einem erst klar, wenn man es nicht mehr so einfach kriegen kann. Deshalb bin ich erst dann ein großer Schützenfestfreund und vor allem auch bekennender Sauerländer geworden, als ich meinem Dasein im fränkischen Exil frönen musste.

Seit drei Jahren nun habe ich auf meine Chance gewartet, und jedesmal haben mit Crash-Kurse, Steuerrechtslehrgänge, Examen und Wahlstation einen Strich am Weißwurstäquator durch die Sauerland-Rechnung gemacht. Ja, wirklich, mein letztes Schützenfest war 2007!!! Die Entzugserscheinungen hatten somit schon ihre Schmerzgrenze bei weitem überschritten, und ausgehungert habe ich mich auf den Weg gemacht und endlich mal wieder das zu machen, was ich immmer noch am besten beherrsche und kann: Ein echter Sauerländer sein. Denn das ist und bleibt man sein Leben lang, auch wenn man es mit 15 vielleicht mal eine Weile nicht wahrhaben will.

Freienohl jedenfalls ist einzigartig und wenn für jeden Besucher eine herzensbrechende Romanze, dann für jeden Freienohler die einzig große, wahre Liebe.
Wo München das größte Dorf der Welt ist, ist Freienohl das schönste. Paris hat seinen Tour Eiffel, Freienohl den Küppelturm. Mallorca hat sein Meer, wir fahren schnell zum Hennesee. Venezuelas Wälder sind nichts gegen Buchen, Eichen und Tannen im Freienohler Forst - kurzum, wer hier nicht glücklich wird, der wird´s wohl nirgends. ;-)

Damit mir die Zeit bis zum nächsten Schützenfest nicht zu lang wird, hier ein paar Bilder aus diesem Jahr. Ich gratuliere dem neuen Schützenkönigspaar Kordel (eigentlich seid Ihr ja auch ein Ehepaar und das geht gar nicht bei uns - aber es sei Euch mal verziehen) und wünsche eine schöne Amtszeit!

Der Himmel über Freienohl beim Großen Zapfenstreich
um 21.15 Uhr am Samstag Abend.

Das Schützenfest in meiner Familie geht immer mit diesem
Ereignis los und jedesmal bin ich da einfach HIER.



Der Eingang zur Freienohler Schützenhalle! Hier geht der Spaß erst richtig los!
















Schützenhut, aufgebrezelt mit Rose aus Mamas Garten zu Ehren
der amtierenden Schützenkönigin.


Ort des Waltens meiner Kindheit (und auch Schützefesthasszeit, ich geb´s ja zu ;-). Gerade über die Straße eigebogen in die Brunnenstraße ging´s zur besten Freundin. Das schöne Freienohler Wappen zieht schnell alle Blicke auf sich!

Hauptstraße mit Beflaggung und Freienohler Wappen.


Existenziell wichtig für "mein" Freienohl: Die Rotbuche auf dem Platz der Nachbarn gegenüber. Jahreszeitenindex, persönliches Wahrzeichen meiner Straße und der erste Baum, den ich mit Namen kennengelernt habe (oben).

Beim großen Festzug ist der Ort gesperrt! Da kommt keiner durch,
noch nicht einmal ein harmloser Fahrradfahrer. ;-)




Unsere Schützen marschieren bei über dreißig Grad diesmal ohne Jacke.


Der 2009/10 amtierende Schützenkönig Maas
mit seiner Königin Rosa,
umrahmt von den Schützen der Dritten Kompanie.

















Besuch aus Unterfranken von den "Jochbachtalern". Ich bin also nicht der einzige Franke, der gern Veltins trinkt. Aber wohl der einzige Wahlfranke auf der Halle!



Unsere Schützen bringen die Wahrzeichen wieder an Ort und Stelle.

Jedes Jahr, seit ich in Würzburg wohne, frage ich mich, ab wann ich hier fremd sein werde. Und ich glaube, nie - der Sauerländer in einem lässt sich nicht ausschalten oder vergessen, genausowenig wie der Ohrwurm "Auf die Vogelwiese ging der Hans".
Wer mehr über das schönste Dorf der Welt erfahren möchte, kann dies bei freienohler.de erledigen oder sich auf wikipedia schlau machen.

Sonntag, 13. Juni 2010

Die Antwort darauf, warum ich Katzen mag

Manchmal fragt mich mein Liebster, wieso ich eigentlich Katzen so gern mag und so völlig durchdrehe, wenn mir eine über den Weg läuft. Ich habe lange darüber nachgedacht, und es ist mir tatsächlich eingefallen!

Schuld sind wohl vor allem die süßen hr-Katzen, die ich als Kind in den 80ern immer im Fernsehen gesehen habe. Es gibt sie bereits seit den 70ern, und es handelt sich dabei um einen kleinen Pausenfüller-Film (Wir schalten um!). Seit ich das das erste Mal gesehen habe (und da war ich wohl noch ziemlich klein), war unumstößlich, dass Katzen die schönsten Tiere der Welt sind.
Ich habe das Filmchen nun nach einer kleinen Internet-Recherche bei YouTube tatsächlich wiedergefunden und bin wieder völlig begeistert.

Übrigens: UNBEDINGT mit Ton ansehen, damit man den "Wildcat Blues" nicht verpasst!

http://www.youtube.com/watch?v=5Eb7MMyfXiM

Donnerstag, 3. Juni 2010

Neulich im Kupsch

...in der Brettreichstraße - da war ich einkaufen und habe zum Frühstück Erdbeeren mitgebracht. Mit von der Partie: Die unglaubliche "Heino-Erdbeere", wie der Liebste sie nannte.


...und das am Samstag Morgen.

Mit fremden Worten: Wie man der Sonne huldigen kann

Würzburg in Unterfranken - angesagt sind für die nächsten Tage:

Freitag - 23 Grad.
Samstag - 26 Grad.
Sonntag - 29 Grad.

Ist das zu glauben? Heißt das etwa, dass die Stadtstrand-Zeit wieder losgeht? Heißt das, dass man sich auf die Weinfeste freuen darf? Dass ich bald wieder den unverwechselbaren Geruch von leichtem Sommerregen auf heißem Straßenpflaster riechen darf? (Ja, moderne Auto-Zeiten haben auch ihre feinen Besonderheiten). Dass jetzt endlich wieder die lockere Zeit des Jahres beginnt? Die Zeit der Mückenstiche und der Sonnenbrandgefahr? Wo es überall summt und man so herrlich faul auf der Wiese, in Liegestühlen oder auf Badetüchern dösen kann? In der meine Stadt an jeder Ecke mit einer Eisdiele lockt? Wo man gemütlich am alten Kranen sein Radler mit an den Main nehmen kann? In der ich den Kampf gegen die Läuse auf dem Holunderstrauch im Garten aufnehmen kann? Dass ich bald keine dicken Strumpfhosen mehr brauche???

- Es heißt vor allem, dass man die Sonne endlich begrüßen darf! Jeder macht das ja auf seine Art. Jeder hat da auch seine ganz speziellen Vorlieben: Die einen tragen jetzt hipp geflochtene Sommerfrisuren, die anderen ziehen plötzlich nur noch Bikinioberteile unter ihre T-Shirts (vorzugsweise Neckholder-Bikini unter Trägertop, versteh da einer die Welt...). Vegetarier grillen mit Begeisterung Maiskolben über Holzkohle, Fleischesser haben nun immer einen kleinen Grill-Vorrat an Steaks im Kühlschrank. Frauen ziehen Kleider an, wann immer sie können. Menschen, die im Winter stets Stiefel tragen, präsentieren nun ausgelatschte Relax-Turnschuhe oder Schlapp-Sandalen.

Ich tue das heute, an diesem schönen, sogar noch sonnig gewordenen Abend mit fremden Worten - und zwar mit denen von Georg Kreisler, dem Großmeister des schwarzen Humors - denn nach dem Frühjahr kann man in Sachen Wetter ja einigem nur mit sehr viel Humor begegnen. Der Kreisler, der hat auch seine Vorlieben, wenn die Sonne rauskommt. Ob´s nachahmenswürdig ist, mag allerdings jeder für sich entscheiden:

Schatz, das Wetter ist wunderschön,
Da leid ich's net länger zu Haus!
Heute muß man ins Grüne gehn,
In den bunten Frühling hinaus!
Jeder Bursch und sein Mädel
Mit einem Freßpaketel
Sitzen heute im grünen Klee,
Schatz, ich hab eine Idee!

Schau, die Sonne ist warm und die Lüfte sind lau,
Geh mer Tauben vergiften im Park!
Die Bäume sind grün und der Himmel ist blau,
Geh mer Tauben vergiften im Park!
Wir sitzen zusmam' in der Laube
Und a jeder vergiftet a Taube,
Der Frühling, der dringt bis ins innerste Mark
Beim Tauben vergiften im Park.

Schatz, geh bring das Arsen gschwind her,
Des tut sich am besten bewährn,
Streus auf a Graubrot kreuz über quer,
Nimms Scherzel, des fressens so gern.
Erst verjag mer die Spatzen,
Denn die tun eim alles verpatzen,
So a Spatz ist zu gschwind, der frißt's Gift auf im Nu,
Und des arme Tauberl schaut zu.

Ja, der Frühling, der Frühling, der Frühling ist hier,
Geh mer Tauben vergiften im Park!
Kanns geben im Leben ein größres Plaisier
Als das Tauben vergiften im Park?
Da Hansel geht gern mit der Mali,
Denn die Mali, die zahlt's Zynkali,
Die Herzen sind schwach und die Liebe ist stark
Beim Tauben vergiften im Park!
Nimm für uns was zu naschen
In der andern Taschen,
Geh mer Tauben vergiften im Park!


Georg Kreisler: Tauben vergiften im Park


So, und jetzt geht raus, und macht, was Ihr auch immer gern tut, wenn die Sonne endlich da ist.


Ultimativer Sommer-Soundtrack:
"Hier" von Selig
„Here comes the sun“ von den Beatles