Mittwoch, 15. Juni 2016

Der kleine Fischbrötchen-Dialog

Neulich an der Fischbrötchen-Theke vom Nordsee-Fischhandel. Die Kundin neben mir deutet auf eins der Brötchen und fragt in schönstem Fränkisch: "Wos issn da da drauf?" Die Verkäuferin prompt und informativ: "Fisch."

Welch bemerkenswertes Feingefühl für die Bedürfnisse des Kunden.

Mittwoch, 1. Juni 2016

Leuchte-Nostalgie

Heute Haarspülung gekauft. "Lotus-Sandelholz" klang irgendwie edel, nach Glanz, Pflege und voller Haarpracht. Packung aufgemacht und rauf aufs Haupt damit.
Roch auch echt prima - und zwar ganz genauso wie die kleinen Gummiponies aus den 80ern, die im Dunklen geleuchtet haben und die ich als Kind aberwitzig toll fand. Nostalgie pur. Und jetzt habe ich in meinem Haar den ganzen Tag was davon. Leider leuchten sie nicht im Dunklen. 

Samstag, 7. Mai 2016

Gehört: Udo Lindenberg - Stärker als die Zeit


Neulich im Auto auf dem Weg zur Arbeit, an einem megageilen Sonnentag, einem der ersten dieses Jahres, hör ich mal morgens in mein Geburtagsgeschenk rein - das neue Album von Altdeutschrocker Udo Lindenberg. Und ohne Quatsch, auf das Ding hab ich mich schon voll gefreut. 
Der Udo hat mich vor ein paar Jahren mit seinem völlig unvorhergesehenen Comeback ("Stark wie zwei") total überrascht. Da hatte er deutsche Berühmtheiten zusammengesucht (Helge Schneider, Jan Delay) die mit Songs aufnahmen. Konzept aufgegangen, Lindenberg wieder voll dabei. Damals hat der Udo ja eher voll im Jetzt gelebt und einfach nochmal durchgestartet, gesagt "Eigentlich bin ich ganz anders, ich komm nur viel zu selten dazu" und dabei noch mal ein bißchen altrockrevoluzzt. 

Heute scheint der Udo-"Ufomann" dagegen absoluten Frieden mit sich geschlossen zu haben, wenn er singt: "Baby, ich sag goodbye zu der Lebensänderungsschneiderei. Konsequenz hat einen Namen - und der fängt mit U an". 
Zeit spielt in beiden Alben ein große Rolle, und so sind auch die einen oder anderen sehr nachdenklich stimmenden Texte dabei. Dabei belehrt er niemanden, sondern singt scheinbar aus seinem Leben und macht einem auch mal ein bißchen Hoffnung: "Ich trag Dich durch die schweren Zeiten, so wie ein Schatten werd ich dich begleiten. Ich werd dich begleiten, denn es nie zu spät, um nochmal durchzustarten und hinter all den schwarzen Wolken wieder gute Zeiten warten."
Sicherlich ist das, so die FAZ, in gewisser Weise ein "Alterswerk". Doch nicht nur, weil ich da absolut tolerant bin, sondern auch weil ich glaube, dass man (in den meisten Fällen) von Leuten, die doppelt so alt sind wie man selber, sicher irgendwas lernen kann: Ich stimme zu, wenn Udo Lindenberg sagt, dass er schon früh festgestellt, hat, dass er mit einer "geilen Matrix" gesegnet ist. 
Eine gehörige Portion sehr selbstbewusste Selbstironie scheint aber auch dabei zu sein, wenn der Udo am Ende nochmal so richtig schön abdreht und in "Dr. Feeelgood" seine speziellen Kenntnisse in der "Udologie" besingt und jeden "Unterrockten" mit der "Panikinfusion" kuriert. Dr. U. bringt also auch noch "kistenweise Libido" mit und ist zweifelsohne absolut partytauglich. (Ich hatte auf jeden Fall eine Megalaune als ich bei der Arbeit ankam.)

Man muss Stimme und den speziellen Duktus durchaus annehmen und sich drauf einlassen, aber den Udo kann man sowieso nur so nehmen wie er ist. Eins nehme ich also mit, wenn ich dem Udo zuhöre: "Und ich werde mich nicht ändern, will keiner anderer mehr sein, ich habe tausend Pläne doch ´n Plan B hab ich keinen - weil´ s eh schon schwer genug ist, einfach nur ich zu sein." 
Also: auf ins Lindenberg-Fanoutfit und ab aufs Konzert. Der Udo tourt dieses Jahr nämlich auch noch. Und ich schätz mal, dass ich ziemlich sicher dabei sein werde. 



Freitag, 1. April 2016

Mittwoch, 23. März 2016

Die Einkäufe der anderen

Immer witzig, was die anderen so aufs Band legen. Herausforderung: es heimlich fotografieren. Hat mir schon oft in den Fingern gejuckt. :-)
Heute war's dann soweit und ich konnt mich nicht mehr beherrschen. Voila: 13 Bunnies und der Diabetiker-Hase.

Samstag, 3. Oktober 2015

Soundtrack - Was wurde eigentlich aus den ... Smashing Pumpkins?

Damals, in den guten alten Zeiten, zwar nicht gerade als das Wünschen noch geholfen hat, aber als auf Musikfernsehsendern noch Musikvideos liefen, habe ich eines Tages die "Smashing Pumpkins" entdeckt. Ihr habt es erraten: Ich war Take That entwachsen und sozusagen erwachsen geworden. Also ein bißchen jedenfalls. Ein bißchen erwachsen mehr als vorher jedenfalls. Nun gut.
Das erste Video war das offizielle Video von "Disarm", 6. Song auf dem phänomenalen Album "Siamese Dream". Wenn ich das Video heute so ansehe, beschleicht mich der Verdacht, dass es Schuld daran ist, das ich ja manchmal auch gerne DRAMA bin. Außerdem hatte Billy Corgan noch Haare, cool ;-). Jedenfalls habe ich sofort jegliches Schützenfestgeld verbraten, um mir umgehend CDs von den Smashing Pumpinks zu kaufen.
Damals (habe ich gerade dieses Wort wirklich in Bezug auf meine Schulzeit benutzt???) ging das nicht mal eben bei Amazon. Man musste in einen Laden gehen. Und der war nicht in dem Kaff, in dem ich im Sauerland gewohnt habe, nee nee, weit gefehlt. Da musste ich schon entweder nach Meschede zum Karstadt gehen oder nach Arnsberg zu Hosen König (ich glaube, die hießen so und entgegen der Namensgebung hatten die zumindest AUCH CDs.). Erstere Lösung war meistens damit verbunden, dass meine Eltern mich begleiteten. Nicht ganz so cool. In Arnsberg ging ich zur Schule und kam gut hin. Der Laden war aber gespickt von Mitschülern, denen ich als immer noch sehr uncool angefetteter Teenie nicht unbedingt meinen Musikgeschmack präsentieren wollte. Keine Ahnung was die gehört haben, aber auf jeden Fall waren die sicher sehr viel selbstsicherer als ich und ich durchaus allein schon kleidungstechnisch gern Ziel gut platzierter Witze. Da wollte ich mich nicht auch noch für meine intensive Beziehung zu meiner Stereoanlage rechtfertigen müssen.
Für die Smashing Pumkins war ich aber bereit das Risiko auf mich zu nehmen. Was natürlich prompt die Diskussion über die neue Musikrichtung auf die heimatlich Hütte lenkte, als meine Eltern entsetzt fragten, was der Krach denn jetzt soll. Naja, besser als Diskussion im Karstadt, würde ich sagen. Ich glaube, die haben sich umgehend in die guten alten Zeiten mit den Prinzen und Take That zurückgesehnt.

Zu den Pumpkins bin ich übrigens gegangen, in die Arena Oberhausen. Ich war gerade 18, meine ich, und mein allerliebster Lieblingspapa hat mir sogar das Auto gegeben.
Papa, es war ergreifend!!! Zu diesem Zeitpunkt hatte ich ja schon einiges an Konzerten miterlebt, aber die Stimmung dort war gigantisch. Ich bin bis heute davon überzeugt, dass das DAS beste Konzert ever war. Die Pumpkins spielten ja zunächst ruhiges Zeug, aber alle merkten, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis es richtig losging. Und, naja, endlich der gute Krach kam. Und da sprangen wir dann alle gemeinsam vor Erleichterung in die Luft.

Die Smashing Pumpkins existierten seit sage und schreibe 1988, wobei ihr erstes wirklich offizielles Album erst 1991 erschien. Weil etwa zeitgleich Nirvana mit "Nevermind" ihre Hauptschaffensphase einläuteten, werden die Pumpkins oft in eine Schublade mit dem Grunge gestopft. Corgan selber bezeichnete seine Musik dagegen unter anderem als "Ultra-Aggressive-Psychedelic-Rock". Whatever, für mich stecken die Pumpkins Nirvana durchaus in die Tasche. Die Band trennte sich im Jahr 2000, reunierte aber 2005. Meine Interesse ließ nicht zuletzt deshalb nach, weil die Besetzung ständig wechselte. Das letzte Album "Monuments To An Elegy" kam aber im Dezember 2014 heraus, der Drummer war hier übrigens Tommy Lee, Drummer der Band Mötley Crüe. Das nächste Studioalbum wird Ende des Jahres erwartet. Zeit, mal wieder Musik zu kaufen für mich :-) - sogar, obwohl die 90er längst vorbei sind. Und zum Glück kann ich das heute ganz bequem in Scheiß-Klamotten zuhause erledigen!!! 

Für alle, die sich gern an den Schmerz der 90er erinnern: The Smashing Pumpkins - Mayonaise