Dienstag, 28. Oktober 2014

"Let's misbehave!" - Ulrich Tukur und die Rhythmus-Boys im Mainfrankentheater am 27.10.2014

Nachdem ich nunmehr wochenlang der absolut überdrehten Vorfreude frönte, indem ich permanent und sehr zum Leidwesen meines Liebsten nur noch gepflegte Tanzmusik hörte und zu jeder Gelegenheit ein kleines Liedchen über große und kleine Gefühle auf den Lippen hatte, war es nun ENDLICH, ENDLICH, ENDLICH so weit: Ulrich Tukur und Rhythmus-Boys warteten uns im Mainfrankentheater auf und sorgten wieder einmal für einen phantastischen Abend, der mit Standing Ovations endete und für mich einen absoluten Herbsthighlighthöhepunkt  darstellte.
Vor lauter Übermut hatte ich am Abend zuvor noch daheim für Furore gesorgt, indem ich vor Vorfreude in expressivster Manier zu allen Hits der 20er und 30er in meinem feschen Tanzschühchen durch die Wohnung getanzt bin. Der Liebste belohnte das mit konsternierten Blicken und genehmigte sich schließlich zu späterer Stunde noch einen Grappa aus Verzweiflung. Die Nachbarn hatten sicher auch großen Spaß bei meinem Anblick vor der Terassenverglasung (vor allem, weil sie ja nichts von der Musik hatten, sondern nur eine Stummfilm-Tanzeinlage, was sicher ganz außerordentlich bedauerlich war...) Aber mein Gott: Das ist hot, das ist flott, das ist Tanzmusik!!! Und obwohl ich ja sonst von Romantik ungefähr so viel Ahnung habe wie die Katze vom Sonntag, dreht sich das bei mir erstaunlicherweise beim Genuss von den von Ulrich Tukur und den Rhythmus-Boys intonierten Musikstückchen in das absolute Gegenteil um - da wird selbst der härteste Brocken Unromantik in mir aufgelöst und ich möchte am liebsten nur noch mit einer Hand Champagnergläser halten und mit der anderen Handküsse von charmanten Herren in vornehmer Kleidung empfangen.
Eines, lieber Herr Tukur, möchte ich aber noch loswerden: Nachdem wir nach Ihrem wundervollen Konzert im Restaurant unseres Vertrauens Platz genommen hatten, um den Abend mit einem Gläschen Frankenwein ausklingen zu lassen, und Sie dann an uns vorbeischritten, um an einem Nebentisch ihr Nachtmahl zu sich zu nehmen, und mir gleichsam das Herz vor Freude über Ihre Anwesenheit in Schuhe rutschte, da zögerte ich kurz, Sie vielleicht, vielleicht, vielleicht doch anzusprechen. Leider ging das nicht. Denn am liebsten und romantischsten sind Sie mir, mein liebster, bester Herr Tukur, noch immer als der von fern bewunderte Gentleman, als Stimmcharmeur und Tonjongleur. Sie wissen ja: "Von acht bis um acht- war das eine Nacht! Denn ich war im Traume mit dir vereint..."

1 Kommentar:

stefanhetzel hat gesagt…

WOW :-)

Und sehr gut geschrieben, gern gelesen, danke.